Sunflower Evolution

Ein kleines Welttheater in drei Akten verwandelt eine Straße voller Autos in ein Meer aus 1000 Sonnenblumen. Das Kunst- und Partizipationsprojekt "Sunflower Evolution" richtet sich an die Kinder des Veedels, um zu zeigen, dass städtischer Raum gestaltbar und veränderbar ist.

Jahr
2020
Rolle
Projektleitung, Künstlerin
Kooperation 
nachbarschaft köln-mülheim-nord e.V., ifs internationale filmschule
Presse
WDR Lokalzeit, Kölner Stadtanzeiger
Kategorie
Public Art, Event, Film, Installation
Tags 
Partizipation, Placemaking, Urbanistik, Bildungsgerechtigkeit, Umwelt
Link
Sunflower Evolution

Mülheim steckt in einem Prozess tiefgreifender gesellschaftlicher Transformation. Investoren bietet die ehemalige Industrielandschaft des Viertels gute Anlage- und Entwicklungsmöglichkeiten. Aus der Sicht der Bewohner*innen und der Statistik sind die Aussichten weniger attraktiv: zu wenig Arbeit und Wohnungen, überdurchschnittlich viele Kinder und Alleinerziehende, zu wenig gute Bildungsabschlüsse, mit Autos vollgestopfte Straßen, ein extremer Mangel an Grünflächen, schließlich Angst vor Prekarisierung einerseits und Gentrifizierung andererseits. „Sunflower Evolution“ ist ein Kunst- und Partizipationsprojekt für die Kinder des Veedels, für die nächste Generation. Kunst-Projekte revolutionieren die Welt nicht. Aber sie können dazu beitragen, urbanen Lebensraum als ein komplexes und tiefgründiges ökologisches und soziales System zu sehen, zu vermessen und erfahrbar zu machen. Städtischer Raum, so die Botschaft, ist wie alles Leben gewachsen, gestalt- und veränderbar. Pflanzliches Leben, pflanzliche „Intelligenz“ und Netzwerke sind in den letzten Jahren ein Medienthema geworden. Die wissenschaftliche Diskussion wird derzeit geführt unter dem Mode-Label des so genannten „Anthropozäns“. Sie greift exemplarisch immer wieder auf pflanzliche Organismen wie Pilze, Flechten, Moose zurück. Daneben kommt häufig auch die Sonnenblume als „Leit-Pflanze“ ins Spiel, um einen neuen systemischen Blick auf Mensch, Natur und Kultur zu eröffnen. Ganz allgemein sind Sonnenblumen ein Symbol für den Aufbruch zu einer neuen Form von Gemeinschaft und Zukunft. Diese Überlegungen standen dem Mülheimer Projekt Pate. Es ist angelegt als kleines Welttheater in drei Akten, die über ein halbes Jahr in Mülheim zur Aufführung kam.

Frau und zwei Kinder schauen draußen im Garten Fernsehr

I. Akt: Die Schöpfung

In der „Ersten Mülheimer KinderUni“ am 20. und 21. Juni 2020 bereitete der Bonner Zellbiologe Prof. Dieter Volkmann den wissenschaftlichen und experimentellen Boden für das Projekt. Die Saat wurde ausgeworfen. Sonnenblumen-Kerne wurden verteilt, aus denen die Kinder „ihre“ Keimlinge zogen.

Mit Farbe bemaltes Auto

II. Akt: Die Verwandlung

Im praktischen Einsatz auf dem Feld verfolgten die Kinder bis in den Sommer das Wachstum und die Metamorphose der Keimlinge bis zur Blüte.

Sonnenblumenteppich auf der Straße

III. Akt: Die Offenbarung

Als dramatischen Höhepunkt verwandelten die Kinder nach den großen Ferien eine Mülheimer Straßentristesse, die Schützenhofstraße, mit einer „Placemaking Aktion“ am 13. September 2020 in eine „Sonnenblumenallee“.

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